Congestion Problematik an den Westhäfen Rotterdam und Antwerpen

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Wartezeiten für Containerbinnenschiffe an den Westhäfen in Antwerpen und Rotterdam betragen weiterhin zwischen 12 und 120 Stunden.

Sowohl die Regierungsinstanzen, als auch die Hafenverantwortlichen sind seit geraumer Zeit in Gesprächen, um hier Verbesserungen bzw. Lösungsansätze herbeizuführen. Es wurde versucht dieses mit Minimum Call Sizes und ähnlichen Maßnahmen bis dato in Griff zu bekommen, was allerdings nicht den gewünschten Effekt gebracht hat.

Bezüglich der Wartezeitproblematik in Rotterdam fand am 8. Februar die dritte Konferenz der Rotterdamer Container­binnenschifffahrt statt.

Dabei wurde die Branche über die Ergebnisse der drei Arbeitsgruppen informiert, die dazu beitragen sollen, dieses Problem zu beseitigen.

Vier Hauptursachen für die Verzögerungen wurden von einer Arbeitsgruppe identifiziert:

  1. Die immer größer werdenden Seeschiffe führen zu immer größeren Umschlagslots (Call-Sizes) und damit zu noch höherer Umschlagnachfrage während der Spitzenzeiten. Dadurch steht weniger Umschlagkapazität für Binnenschiffe zur Verfügung. Die häufigen Verspätungen der Seeschiffe tragen dazu bei, diese Situation noch zu verschärfen.

 

  1. Immer enger werdende pick-up und drop-off Zeitfenster für Container an den Deepsea-Terminals begrenzen die für die Abfertigung der Binnenschiffe zur Verfügung stehende Zeit. Es müssen mehr Binnenschiffe und Container in immer kürzerer Zeit abgefertigt werden.

 

  1. Der Anteil der Feeder-Seeschiffe an den Deepsea-Terminals hat sich erhöht. Da Feeder-Seeschiffe ein höhere Priorität bei der Abfertigung als Binnenschiffe genießen, steht für Binnenschiffe weniger Kai- und Krankapazität zur Verfügung.

 

  1. Durch die gestiegene Anzahl der Seehafenterminals durch die Neueröffnungen wird die Durchlaufplanung der Binnenschiffe noch komplexer, zumal dies keine abgestimmte Planung über alle Deepsea-Terminals, sondern nur pro Terminal gibt. Das führt zu einer ineffizienten Nutzung der vorhandenen Umschlagkapazitäten für Binnenschiffe.

 

Als kurzfristige Maßnahme wurde angekündigt, dass die Software von Portbase verbessert werden soll. Zudem wurde vereinbart, dass man über die Definition von KPIs eine bessere Transparenz über die Performance der gesamten Kette erzielen möchte.

Als langfristige Maßnahme soll künftig die digitale Lösung Nextlogic, betrieben vom Hafenbetrieb Rotterdam, die Containerströme im Hafen Rotterdam terminalübergreifend steuern. Nextlogic ist eine gemeinsame Initiative von Schiffsoperatoren, Seehafenterminals, Depots, Reedereien und Inland Terminals in Zusammenarbeit mit dem Hafenbetrieb Rotterdam sowie dem niederländischen Ministerium für Infrastruktur und Umwelt. Die ersten Dienste von Nextlogic sollen ab Mitte 2018 zur Verfügung stehen.

Insgesamt ist die Situation nach wie vor unbefriedigend und wirkt sich die weiterhin negativ auf die Kos­ten für die Binnenschifffahrt aus.

Wir bitten daher um Ihr Verständnis, dass wir weiterhin ge­zwungen sind, einen Congestion-Zuschlag zu berechnen. Der Zuschlag gilt unabhängig vom Fahrtgebiet am Rhein für alle Container (voll und leer) und Terminals in den Seehäfen Antwerpen und Rotter­dam.

Über die Entwicklung der Wartezeiten und der getroffenen Maßnahmen werden wir Sie, wie gewohnt, in regelmäßigen Abständen informieren.

Da der Umschlagvorgang im Seehafen nicht Bestandteil unseres Verantwortungs­bereiches ist, kön­nen wir für etwaige Störungen in diesem Bereich leider nicht einstehen und somit auch keine Verant­wortung für Verspätungen (Demurrage und Detention) und daraus resultierende Kosten überneh­men.

Wir bedauern diese Maßnahme nach wie vor außerordentlich und versichern Ihnen, dass wir unser Möglichstes tun, um Ihre Container termingerecht zu transportieren.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr GUT-Team

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